Möglichkeiten der Erdwärmenutzung
Im Hinblick auf die Erdwärmenutzung werden die "Tiefe Geothermie" und die "oberflächennahe Geothermie" unterschieden:
Oberflächennahe Geothermie
Bei der oberflächennahen Geothermie können in erster Linie 4 Nutzungsarten unterschieden werden:
- Erdwärmesonden
- Brunnenanlagen
- Erdwärmekollektorflächen, Erdwärmekörbe und vergleichbare Systeme
- Energiepfähle oder energetisch aktivierte Baugrubenwände
Es hängt dann von den örtlichen, den hydrogeologischen Verhältnissen und den Bauwerkskenndaten ab welche Nutzungsart für Ihr Projekt in Frage kommt bzw. die wirtschaftlichste Variante darstellt. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema und unterstützen Sie bei Ihrer Entscheidung für die richtige Variante.

Erdwärmesonde
Erdwärmesonden
In Deutschland werden in erster Linie Erdwärmesonden, Doppel- U - Sonden eingesetzt. Je nach Heizwärmebedarf werden eine oder mehrere Sonden installiert. Prozentual werden die meisten Sonden bis in Tiefen zwischen 70 m und 100 m, zunehmend aber auch bis ca. 150 m installiert.
Der geringe Platzbedarf, die lange Lebensdauer und schließlich die Wartungsfreiheit einer installierten Sonde sind für den häufigen Einsatz von Erdwärmesonden sicher die maßgebenden Gründe.

Brunnenanlage
Brunnenanlagen
Die Brunnenanlage stellt die effizienteste Form der "Erdwärmenutzung" dar. Hierbei wird ein Förderbrunnen zur Wasserentnahme und ein Schluckbrunnen zur Wiedereinleitung in den Grundwasserleiter hergestellt. Die Tiefenlage des Grundwasserleiters, die Qualität des Grundwassers und die Möglichkeit der Wiederversickerung sind die bestimmenden Faktoren für die "Erdwärmenutzung" mittels Brunnenanlagen. Die Anforderungen an die hydrogeologischen Verhältnisse, der im Vergleich zu Erdsonden oder Kollektorflächen höhere Planungs- und Wartungsaufwand begrenzen den Einsatz dieser ansonsten sehr effektiven Anlage stark. Sind die Voraussetzungen gegeben findet eine Brunnenanlage aber häufig im gewerblichen Bereich Ihren Einsatz.

Erdwärmekollektoren
Erdwärmekollektoren, Erdwärmekörbe
Die Nutzung der Erdwärme mittels Kollektoren (Verlegetiefe ca. 1.5 m) aber auch Erdwärmekörben (Einbautiefen zwischen ca. 2.0 - 5.0 m) kommt in erster Linie für Gebäude mit geringem Heizwärmebedarf und bei ausreichen Platzverhältnissen in Betracht. Durch die Nutzung der Erdwärme im jahreszeitlich beeinflussten Temperaturbereich bis 10 m werden i. d. R. größere Flächen und damit aufwändigere Erdarbeiten erforderlich. Sofern ohnehin größere Erdarbeiten anstehen oder aber Sondenbohrungen nicht ausgeführt werden dürfen, können Sie aber ebenfalls eine effiziente Art der Erdwärmenutzung darstellen.
Energiepfähle
Die Erdwärmenutzung über Energiepfähle oder energetisch aktivierte Baugrubenwände kann als sehr kostengünstiges Abfallprodukt zur Energiegewinnung beschrieben werden. Die Möglichkeiten zur Nutzung richten sich allerdings ausschließlich den statischen Erfordernissen hinsichtlich Gründung bzw. Baugrubenverbau. In der Regel wird sich auch immer nur ein Teil des erforderlichen Energiebedarfs mittels dieser Techniken decken lassen. Der geringe Kostenmehraufwand macht aber auch eine Teilabdeckung zu einer sehr wirtschaftlichen Energiegewinnung mittels Energiepfähle oder energetische aktivierter Baugrubenwände.